28Jun

Werkstattbeschäftigte werden „Alltagsassistenten” in der Seniorenbetreuung

Von diesem Projekt profitieren alle: Die Qualifizierung zum Alltagsassistenten ist ein neues und zukunftsweisendes Projekt der Fachberatung Berufliche Integration der Osnabrücker Werkstätten. Das Ziel: Werkstattbeschäftigte auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Alltagsassistenten unterstützen Menschen in den kleinen und größeren Dingen des alltäglichen Lebens. Für die Bewohner im Seniorenzentrum „Kastanienhof“ in der Gemeinde Hilter sind die neuen Begleiter eine große Hilfe. Sie haben Zeit für Gespräche, sind hilfsbereit und gut gelaunt. „Wir verstehen uns prächtig“, versichert Hildegard Mandel, 82-jährige Bewohnerin im Kastanienhof. Ihr zuverlässiger Alltagsassistent ist Christopher Stapel, 19 Jahre alt. Ihn möchten sie nicht mehr missen.

Nach der Orientierungsphase im Berufsbildungsbereich der Osnabrücker Werkstatt Sutthausen wählte Christopher Stapel die Hauswirtschaft als künftigen Arbeitsbereich. Er wurde in das Qualifizierungsprojekt zum Alltagsassistenten aufgenommen. Das zweite Jahr seiner beruflichen Bildung mit der Zusatzqualifikation zum Alltagsassistenten absolvierte er bereits auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz: im Seniorenheim „Kastanienhof“.

Christopher Stapel arbeitet im Wohnbereich des Seniorenheimes. Ihm macht die Arbeit Spaß. Seine gute Laune ist ansteckend. Zu seinem Tätigkeitsbereich gehört es, Tische einzudecken, Essen anzureichen, Kaffee zu kochen, aber auch Botengänge und Hilfestellungen aller Art. Besonders wichtig ist die Aufgabe, viele freundliche Gespräche zu führen. Diese Arbeit bereichert sein Leben und das der Senioren. Das gilt auch für die Spiele, die Christopher Stapel den betagten Bewohnern anbietet. Sie fördern die Kommunikation, Merkfähigkeit und kommen der Motorik zugute. Er braucht immer weniger Unterstützung durch die Fachkräfte und erhält besondere Anerkennung, weil er die Arbeit erkennt, noch bevor er darauf aufmerksam gemacht wird. In der Betreuung älterer Menschen glaubt er, die Aufgabe seines Lebens gefunden zu haben.

Natürlich ist die Arbeit in einem Altenheim auch belastend. Doch darauf werden die künftigen Alltagsassistenten gut vorbereitet. So zentrale Themen wie Krankheit, Sterben, Tod und Trauer werden während des wöchentlichen Schulungstages ausführlich behandelt. (60|2012)

Autorin: Susanne Wolff, Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, Leitung Marketing, Kommunikation, Fundraising

Abb.: Mittendrin: Christopher Stapel. Foto: HpH Osnabrück

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28. Juni 2012 // Praxis und Konzepte