07Aug

Weiterentwicklung der Werkstätten: Landeskonferenz beschließt Arbeits- und Aktionshilfen

Jetzt liegt die Endfassung des LAG:WfbM-Dokumentes „Weiterentwicklung der Werkstätten“ vor. Die Landeskonferenz der Werkstätten in Niedersachsen hatte am 12. Juli 2012 in Hannover dieses Material als Arbeitshilfen für Aktionspläne zur Umsetzung des Gesetzes zum UNO-Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen beschlossen. Bis zum 31. Juli d. J. hatten die Werkstätten noch Gelegenheit, redaktionelle Hinweise und Veränderungsvorschläge einzureichen.

Die Arbeits- und Diskussionsgrundlage für dieses Dokument entstand während eines halben Jahres intensiver Arbeit von zehn Werkstattfachleuten. Die Leitung dieser Arbeitsgruppe hatte Christoph Lorbacher, Geschäftsführer der Harz-Weser-Werkstätten in Osterode. Darin waren auch die heutige Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte tätig, Simone Bachmann, und die stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten, Vera Neugebauer, Geschäftsführerin der Hannoverschen Werkstätten.

Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Professor Heinrich Greving, Münster, auf der Grundlage der Thesenpapiere zur 1. Norddeutschen Gegenwartskonferenz 2010 in Göttingen entstand ein praxisorientiertes Arbeitsmaterial. Das wurde gegen Ende des Jahres 2011 im Vorstand der LAG:WfbM und in den Leitungen der Regionalarbeitsgemeinschaften intensiv beraten. Die Beratungsergebnisse konnten danach über ein Vierteljahr lang in den niedersächsischen Werkstätten diskutiert werden.

Am 11. Juli 2012 berieten schließlich über 150 Werkstattfachleute aus Niedersachsen und Bremen auf ihrer Fachtagung in Hannover die Ergebnisse und brachten weitere redaktionelle Vorschläge ein. Dieses Diskussionsergebnis wurde am 12. Juli 2012 von der Landeskonferenz, dem obersten Beschlussorgan der LAG:WfbM, beraten und verabschiedet.

Das jetzt vorliegende Arbeitsmaterial setzt grundlegende Maßstäbe für die weitere Entwicklung der Werkstätten. Es wendet sich an die Vertreter von fünf entscheidenden Zielgruppen: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Spitzen- und Fachverbände und vor allem an die Werkstätten und ihre Träger.

In seinem Vorwort zu diesen „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Werkstätten“ hebt Detlef Springmann, Vorsitzender der LAG:WfbM in Niedersachsen, hervor:

„Dieser beispielhaft demokratische Diskussionsprozess unserer Vorschläge für werkstatteigene Aktionspläne zur Weiterentwicklung unserer Einrichtungen ist bis heute nicht abgeschlossen. Er kann gar nicht zu Ende gehen, weil Wandel und Gestaltung ein fortdauernder Vorgang sind. Darum sind die Lücken in diesem Dokument zugleich unsere Stärken. Das macht der allerletzte Satz in diesem Papier deutlich: Es geht um die ständige Konkretisierung, Ergänzung und Verbesserung in der Praxis.“

Das Dokument der LAG:WfbM-Landeskonferenz „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Werkstätten“ finden Sie hier.

Hier bieten wir Ihnen weitere Informationen zum Thema an: den Forderungskatalog der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte an die niedersächsischen Werkstattträger und die Überlegungen von Detlef Springmann zur Anpassung der Werkstattstrukturen an die Anforderungen des Gesetzes zum UNO-Übereinkommen.

Das Logo „alle“ ist der Internetseite von „bezev“ entnommen. „bezev“ steht für Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. Der Verein setzt sich für die gleichberechtigte Beteiligung von beeinträchtigten Menschen an nachhaltig gestalteten Entwicklungsprozessen ein, die zu einer gerechten und sozialen Welt beitragen.

(74|2012)

Aktionsplan, Aktionspläne, Entwicklung, Fortschritt

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7. August 2012 // Praxis und Konzepte, Politik