03Sep

Neue Satzung der LAG:WfbM Niedersachsen

Die Landeskonferenz der Werkstätten in Niedersachsen beschloss am 12. Juli 2012 in Hannover ihre neue Satzung. Dieses aktuelle Regelwerk wird offiziell als Geschäftsordnung bezeichnet. Tatsächlich ist es aber mehr: Normen für eine selbstbestimmte und selbstverantwortete Politik der Werkstätten in Niedersachsen, soweit sie Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten (LAG:WfbM) sind. Sie finden das Dokument hier.

Satzung oder Geschäftsordnung? Der unterschiedliche Sprachgebrauch resultiert daraus, dass die LAG:WfbM eine Facharbeitsgemeinschaft innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) in Niedersachsen ist und bleiben will. Die Werkstattträger sehen in dieser engen Verbindung einen weitreichenden politischen Vorteil: Gemeinsamkeit ist eine Stärke. Das Besondere in der Zusammenarbeit zwischen beiden Landesarbeitsgemeinschaften ist die gelebte Akzeptanz und der Respekt vor den Unterschieden.

Es ist Vieles neu in dieser LAG:WfbM-Satzung. Dazu gehört u. a. die ausdrücklich formulierte Erkenntnis, dass „die Zusammenarbeit mit allen Organisationen der beeinträchtigten Menschen eine Grundvoraussetzung für eine einbeziehungsbereite und einbeziehungsfähige Gesellschaft ist“ (§ 2 Abs. 2). Es ist schon lange das Anliegen unserer Landesarbeitsgemeinschaft, beeinträchtigte Menschen gleichberechtigt in das übliche Leben der Gesellschaft einzubeziehen. Jetzt ist es zum Satzungsauftrag geworden (§ 2 Abs. 3). Neu ist auch die Bestimmung, dass der LAG:WfbM-Vorstand eine hauptamtliche Geschäftsführung einrichten kann (§ 10 Abs. 3).

Bei jeder Satzungsänderung werden verfahrenstechnische Bestimmungen und die organisatorischen Regeln überprüft. Darum finden sich in der neuen LAG:WfbM-Satzung zahlreiche neue Normen über die Organisationsstrukturen. Diese Ergänzungen regeln organisationspolitische Verfahren, die in der Vergangenheit erfolgreich erprobt wurden. Jetzt sind sie in der Satzung verankert worden. Die Gesamtbewertung macht drei wichtige Errungenschaften deutlich:

1. Die neue Satzung ist ein demokratisches Instrument zur Meinungsbildung und zum Informationsaustausch der Mitgliedschaft, für ihre Einflussnahme auf das sozialpolitische Geschehen innerhalb der Landesarbeitsgemeinschaft und der Politik auf Landesebene.

2. Sie ist Ausdruck einer gewachsenen und stabilen Solidarität zwischen der LAG FW, der LAG:WfbM und unter den Mitgliedern.

3. Die neue Satzung ist auf der Höhe der Zeit. Sie greift wesentliche werkstattrelevante Aufgaben und Ziele des Gesetzes zum UNO-Übereinkommen über die Rechte behinderter Menschen auf und setzt sie in angemessene Organisationsstrukturen der LAG:WfbM um.

Auf der Grundlage dieser neuen Satzung können wir gemeinsam und erfolgversprechend die Empfehlungen der Landeskonferenz zur Weiterentwicklung unserer Werkstätten verwirklichen.

Detlef Springmann

LAG:WfbM-Vorsitzender

(72|2012)

Satzung, Geschäftsordnung, Freie Wohlfahrtspflege, LAG WfbM, Lagwfbm, LAG:WfbM, LAG FW

3. September 2012 // Praxis und Konzepte, Politik, Arbeitsmaterialien