08Apr

Weiterentwicklung der Werkstätten in Niedersachsen

Das Büro für Leichte Sprache der Osnabrücker Werkstätten hat dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte (LAG:WR) ein wichtiges Arbeitsmaterial übersetzt: das Positionspapier der Landeskonferenz 2012 in Leichter Sprache.

Am 27. März 2013 wurde die Übersetzung dieses zentralen Dokuments der LAG:WfbM den Werkstatträten vorgelegt. Heiner Böckmann, Geschäftsführer der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, erläuterte die leicht lesbaren drei Kapitel im Arbeitsmaterial.

Damit hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten in Niedersachsen (LAG:WfbM) ihre Zusage erfüllt: Die Werkstatträte und Werkstattbeschäftigten können nun nachlesen, welche Aufgaben sich die Werkstattträger zur Weiterentwicklung ihrer Werkstätten für die nächsten Jahre vorgenommen haben.

Sie finden das LAG:WfbM-Positionspapier in Leichter Sprache auch hier.

Das Dokument ist inzwischen an die Regional-Arbeitsgemeinschaften der Werkstatträte verteilt worden. Nun kommt es darauf an, dass es allen Werkstatträten in den niedersächsischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

Aber der schwierigste Teil steht noch aus: Das Positionspapier in Leichter Sprache wartet nun darauf, dass es gelesen werden kann. Dafür brauchen die Werkstatträte tatkräftige Hilfe der Werkstatt-Geschäftsführungen. Denn Lesen und Verstehen sind eine schwierige und zeitraubende Sache.

Viele wichtige Dokumente können manche Werkstatträte ohne Hilfe nicht lesen. Darauf haben Simone Bachmann, LAG:WR-Vorsitzende, und Lars Torn, stellv. LAG:WR-Vorsitzender, in ihrem Vortrag bei der Werkstätten:Messe 2013 aufmerksam gemacht:

„Wir brauchen gute Assistentinnen und Assistenten. Das alles hilft uns im Moment viel mehr, als die wachsende Zahl von Dokumenten in Leichter Sprache. Die sind oft zu umfangreich.“

Das Positionspapier der LAG:WfbM-Landeskonferenz hat darauf Rücksicht genommen. Es hat 15 Seiten. Und nur 12 davon sollten unbedingt gemeinsam gelesen und erklärt werden. Das geht recht einfach. Denn das Positionspapier ist gut gegliedert.

Ganz besonders wichtig und gut verständlich ist die Erklärung, was das Wort „Behinderung“ bedeutet:

„Behinderung entsteht erst, wenn ein Mensch mit Beeinträchtigung nicht dabei sein kann. Weil Barrieren ihn daran hindern. Barrieren sind alle Hindernisse, die einen Menschen behindern und ausschließen oder benachteiligen. Zum Beispiel: Treppen-Stufen, schwere Sprache, Vorurteile.

Das Wort ‚behindert’ benutzt man in den Werkstätten deshalb nur noch für Barrieren.“ (S. 4 ff.).

Eine eindrucksvolle und zukunftsweisende Erklärung gibt das Positionspapier zum Begriff „Qualität“ in den Werkstätten. Die Werkstatträte finden sie auf Seite 6:

„Werkstätten messen ihre Qualität daran, wie gut die Mitarbeiter zusammen arbeiten. Und wie gut sie sich miteinander verständigen. […] Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie man sich miteinander verständigen kann. Die angestellten Mitarbeiter unterstützen beschäftigte Mitarbeiter darin, dass sie sich verständigen können. Und dass sie ihre Meinung sagen können.“

Mutig und sehr verständlich formuliert das Positionspapier, wann die Arbeit in den Werkstätten gut ist:

„Die Arbeit in den Werkstätten ist dann gut: Wenn alle respektvoll zusammen arbeiten. Wenn Infos für alle verständlich gemacht werden. Wenn jede Meinung zählt und alle mitbestimmen dürfen.“

Das Gesamturteil über das LAG:WfbM-Positionspapier in Leichter Sprache:

Gute Arbeit!

006|2013

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8. April 2013 // Praxis und Konzepte, Werkstatträte, Arbeitsmaterialien, Leichte Sprache