05Mai

Bundesweiter Kennzahlen-Vergleich Eingliederungshilfe 2013 der überörtlichen Träger der Sozialhilfe

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) hat den Kennzahlenvergleich der Eingliederungshilfe für das Jahr 2013 veröffentlicht. Darin betont die BAGüS, dass es Ziel der Bundesregierung bei den Reformvorschlägen zur Eingliederungshilfe im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes sei, „… das System (Anmerkung: der Eingliederungshilfe) personen- und leistungsorientiert weiter zu entwickeln, die Steuerungsmöglichkeiten zu verbessern, die Fallzahlen und die Ausgabendynamik zu dämpfen und die Eingliederungshilfe dadurch zukunftsfest zu machen.“

Die wichtigsten Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs 2013 für Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätten für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf und Tagesstätten für seelisch behinderte Menschen auch im Hinblick auf Niedersachsen sind:

Nach Aussage des Kennzahlenvergleichs hat sich die Anzahl der Leistungsberechtigten im WfbM-Arbeitsbereich in Niedersachsen von 2005 auf 2013 um 23,48 % erhöht, im bundesweiten Durchschnitt dagegen um 26,45 %.

Die Anzahl der belegten Plätze in WfbM stieg zwischen 2007 und 2013 durchschnittlich um 5 %. Dieser Anstieg hat sich seit 2008 stetig abgeflacht und machte im Jahr 2013 mit rund 6.000 Menschen im Vergleich zum Vorjahr nur noch 1,7 % aus.

Der gewichtete Mittelwert an Leistungsberechtigten im WfbM-Arbeitsbereich und in Tagesförderstätten betrug im Jahr 2013 pro 1.000 Einwohner (18 bis unter 65 Jahre) bundesweit 5,7. In Niedersachsen lag der Wert bei 6,7 und damit an sechsthöchster Stelle noch deutlich über dem Mittelwert.

Im bundesweiten Vergleich der Unterbeschäftigungsquote 2013 zur Belegungsdichte in WfbM ist zu erkennen, dass eine überdurchschnittliche Unterbeschäftigung tendenziell mit einer entsprechend höheren Leistungsberechtigten-Dichte im WfbM-Arbeitsbereich einhergeht.

Seit Einführung des SGB XII in 2005 hat sich die Zahl der Menschen, die im WfbM- Arbeitsbereich beschäftigt sind, im Durchschnitt jährlich um 3 % erhöht. Im Jahr 2013 lag der Fallzuwachs bei 1,9 % zum Vorjahr. Die Dynamik des Fallanstiegs geht jedoch seit 2008 (+3,6 % zum Vorjahr) stetig zurück. In Niedersachsen lag der Anstieg von 2012 auf 2013 ebenfalls bei 1,9 %.

In 2012 betrug die Quote an Teilzeitbeschäftigung im WfbM-Arbeitsbereichbundesweit 5,0 %, in 2013 ist sie auf 9,1 % gestiegen. In Niedersachsen betrug die Quote in 2013 8,14 %.

Entsprechend der allgemeinen demographischen Entwicklung hat sich die Altersverteilung im WfbM-Arbeitsbereich im Zeitverlauf verschoben: die Gruppe der 40- bis unter 50-Jährigen stellt 2013 die größte Altersklasse unter den Leistungsberechtigten in WfbM, vor 10 Jahren war dies noch die Gruppe der 30- bis unter 40-Jährigen. Hier spiegelt sich der demographische Wandel auch in Werkstätten für behinderte Menschen deutlich wider.

Nach den aktuellen Hochrechnungen besuchten im Jahr 2013 bundesweit 27.415 Menschen Tagesförderstätten. Die Zahl ist seit 2007 um insgesamt 50,5 % angestiegen, dies ist ein mehr als doppelt so hoher prozentueller Anstieg als in den Werkstätten.

Seit 2007 hat sich die Zahl der leistungsberechtigten in Tagesförderstätten um durchschnittlich 7,6 % jährlich erhöht. Der Anstieg ist allerdings durch Umstellungen verzehrt und beträgt bereinigt 5,0 %.

In Niedersachsen lag der Wert an Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten pro 1.000 Einwohner (18 bis unter 65 Jahre) mit 1,05 an vierthöchster Stelle und damit deutlich über dem gewichteten bundesweiten Mittelwert von 0,69. Die Brutto-Ausgaben pro Leistungsberechtigten in Tagesförderstätten lagen dagegen in Niedersachsen im Jahr 2013 mit 17.011 Euro an viertletzter Stelle unter dem gewichteten bundesweiten Mittelwert von 20.789 Euro. In der bundesweiten Betrachtung sind die Fallkosten in Tagesförderstätten seit dem Jahr 2005 fast unverändert geblieben.

Seit 2007 haben sich die Fallzahlen in WfbM-Arbeitsbereich und in Tagesförderstätten um insgesamt 17,3 % erhöht (jährlich im Durchschnitt2,7 %), die Ausgaben dem gegenüber um 28,9 % (jährlich 4,3 %).

Die Platzzahlen in Tagesstätten für Menschen mit seelischer Behinderung haben sich in Niedersachsen von 2012 auf 2013 um 7,3 % erhöht und liegen damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 3,8 %.

Den ganzen Kennzahlenvergleich 2013 sowie eine Dokumentation der BAGüS zur WfbM-Fachausschuss-Arbeit finden Sie hier

Kennzahlenvergleich

BAGüS

Eingliederungshilfe
5. Mai 2015 // Praxis und Konzepte, Politik