15Dez

Berufliche Bildung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf Leistungen der beruflichen Bildung im Eingangsverfahren und im Berufsbildungsbereich. Dies gilt grundsätzlich auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, sie dürfen von beruflicher Bildung nicht von vornerein ausgeschlossen werden. Eine Umfrage der LAG:WfbM im Jahre 2013 hatte bei einem Rücklauf von 73 % dagegen ergeben, dass über 100 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ohne vorheriges Eingangsverfahren/ Berufsbildungsbereich direkt in Tagesförderstätten aufgenommen wurden.

Die LAG:WfbM Niedersachsen hat sich daraufhin in vielen Gesprächen unter anderem mit dem Niedersächsischem Sozialministerium, dem Landessozialamt sowie der Regionaldirektion für Arbeit als auch bei den LAG:WfbM-Mitgliedern selbst dafür eingesetzt, dass Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in Niedersachsen ihren gesetzlichen Anspruch auf berufliche Bildung wahrnehmen können. Diesen Gesprächen ist es sicherlich zu verdanken, dass eine erneute Umfrage bei den LAG:WfbM-Mitgliedern im Jahre 2015 ergeben hat, dass bei 47 von 86 LAG:WfbM-Mitgliedern nur noch insgesamt 17 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf auf Grund von Entscheidungen der Leistungsträger in Tagesförderstätten ohne vorheriges Eingangsverfahren/ Berufsbildungsbereich zugewiesen wurden.

In dem jährlichen Arbeitsgespräch der LAG:WfbM mit dem Präsidenten des Niedersächsischen Landessozialamtes wurde dies von beiden Seiten als eine durchweg positive Entwicklung bewertet. LAG:WfbM als auch Landessozialamt werden sich weiterhin dafür einsetzen, dass Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in Niedersachsen ihren Anspruch auf berufliche Bildung wahrnehmen können.

Um hierfür zukünftig eine fachlich gute Grundlage zu haben, hat die LAG:WfbM inzwischen auch eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern von Tagesförderstätten und Werkstätten für behinderte Menschen ins Leben gerufen. Die Arbeitsgruppe hat den Auftrag, ein fachliches Konzept zum Thema berufliche Bildung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf als auch ein mögliches Finanzierungs-Grundkonzeptzu erarbeiten. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2016 wird die Arbeitsgruppe ihr Ergebnis vorlegen können. Dieses wird dann Grundlage sein für weitere Gespräche insbesondere mit der Bundesagentur für Arbeit-Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen als zuständiger Leistungsträger für berufliche Bildung.

Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

Berufliche Bildung

Berufliche Bildung für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

15. Dezember 2015 // Politik