29Feb

Landesweite Qualitäts-Initiative der LAG:WfbM erfolgreich gestartet

Zur Weiterentwicklung der Qualität der Teilhabe-Prozesse in WfbM hat der Vorstand der LAG:WfbM Niedersachsen nach Vorbereitung durch eine Arbeitsgruppe auf der Mitgliederversammlung im November 2015 eine landesweite Qualitäts-Initiative für WfbM vorgestellt. Wesentlicher Bestandteil der Qualitäts-Initiative ist ein WfbM-Benchmarking, das vom Institut für Technologie und Arbeit (ITA) der Universität in Kaiserslautern durchgeführt wird. Niedersachsen ist das erste Bundesland, in dem das WfbM-Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben als landesweite Initiative startet.

Mit Beginn des Jahres 2016 beteiligen sich 31 WfbM in Niedersachsen am Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben, ab dem Jahr 2017 werden voraussichtlich noch 10 weitere WfbM hinzukommen, damit sind insgesamt ca. 80 % der WfbM-Plätze in Niedersachsen vom Benchmarking erfasst. In einem zweiten Schritt ist zu einem späteren Zeitpunkt auch die Konzipierung eines Benchmarkings für Tagesförderstätten in Niedersachsen vorgesehen.

Die Reha-Prozesse zur Teilhabe am Arbeitsleben sind das Kerngeschäft der WfbM und damit ihre wichtigsten Prozesse. Das Reha-Benchmarking ist der systematische, datenbasierte Vergleich von Prozessen in WfbM, der darauf abzielt, die Qualität der eigenen Leistungserbringung kontinuierlich zu verbessern und von den Besten/den Anderen zu lernen. Auf der Grundlange einer gemeinsamen Definition und Standards der Kernprozess-Qualität personenzentrierter Teilhabe am Arbeitsleben werden einheitliche Qualitätsmessungen mit 16 Kennzahlen (z. B. Anzahl der Berufsbilder, übergangsfördernde Maßnahmen, Anzahl Nutzer des Budgets für Arbeit, Inklusion-Checkliste) durchgeführt. Durch die Bewertung der eigenen Dienstleistungsqualität im Vergleich zu der anderer Werkstätten belegt das Benchmarking die Qualität der eigenen Prozesse Teilhabe am Arbeitsleben auf wissenschaftlicher Daten-Basis und macht sie vergleichbar. Es dokumentiert nicht nur (rückwärtsgewandt) den „Status Quo“, sondern liefert Grundlagen und Aufforderungen zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung einer personenzentrierten Teilhabe am Arbeitsleben. Gleichzeitig liefert es damit Qualitäts-Standards, die als Messlatte auch für die zukünftig „anderen Anbieter“ (Bundesteilhabegesetz) als Mitbewerber gelten sollen/müssen.

Durch die jährlichen Datenerhebungen in den WfbM werden für diese die dortigen Entwicklungen sichtbar, gemeinsame regionale Auswertungs-Workshops bieten die Möglichkeit des gegenseitigen Abgleichs untereinander und des Lernens von den Besten.

Die Ergebnisse des Reha-Benchmarkings erhöhen deutlich die Diskussions- und Entwicklung-Bereitschaft der Themen Qualität und Inklusion werkstattintern auf verschiedenen Ebenen und zeigen auf, welchen Beitrag die Werkstatt zur Teilhabe am Arbeitsleben erbringt/erbringen kann. Die Benchmarking-Ergebnisse sind damit eine hervorragenden Grundlage zur Entwicklung und Priorisierung von kontinuierlicher Weiterentwicklung und Verbesserungen (KVP) sowie Steuerung der Reha-Qualität.

Wie bei jedem Benchmarking ist es wichtig, dass die daraus abzuleitenden Ziele und Maßnahmen systematisch verfolgt und umgesetzt werden. Das Benchmarking unterstützt somit bestehende QM-Systeme (auch im Hinblick auf die neue ISO) und die AZAV-Zertifizierung. Insbesondere im Rahmen der Benchmarking-Workshops der teilnehmenden WfbM bietet es in diesen Netzwerken einen intensiven fachlichen Austausch.

Die aggregierten Gesamt-Ergebnisse des Reha-Benchmarkings sind eine gute und dringend notwendige Basis für Außendarstellung der WfbM-Teilhabeleistungen sowie für Gespräche und Verhandlungen mit Politik, Leistungsträgern und Behörden.

Die Schulungen der Projektverantwortlichen in den teilnehmenden WfbM haben im Februar 2016 bereits begonnen, die Daten zum Benchmarking werden im Laufe des Jahres 2016 in den jeweiligen WfbM erhoben, eine erste einrichtungsbezogene wie auch in aggregierter Form landesweite Auswertung wird dann im Frühjahr 2017 vorliegen.

Die LAG:WfbM Niedersachsen freut sich über den hohen Zuspruch und die große Beteiligung, die das Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben bei den niedersächsischen Werkstätten gefunden hat. So ist sichergestellt, dass durch eine repräsentative Datenbasis aussagekräftige Ergebnisse möglich werden. Diese wiederum sind eine wichtige Grundlage, um die Qualität der Teilhabeleistungen in Werkstätten landesweit weiter zu entwickeln.

Benchmarking

Benchmarking Teilhabe am Arbeitsleben

Reha-Benchmarking


29. Februar 2016 // Praxis und Konzepte, Politik