05Dez

Drei neue Handwerksgehilfen qualifiziert

Bereits zum dritten Mal überreichte die Handwerkskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, vertreten durch Rainer Brinkrolf, Zertifikate zum Handwerkgehilfen an Teilnehmer aus den Vitus Werkstätten in Meppen. Im Vitus Bildungszentrum auf Gut Kellerberg in Haren nahmen drei Abschluss-Teilnehmer ihr Zertifikat zum Handwerksgehilfen Metall in Anwesenheit des Werkstattrates und Mitarbeitern entgegen. Als Ehrengast angereist war Uwe Schummer, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der CDU/CSU-Fraktion für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Seit 2014 haben Beschäftigte der Vitus Werkstätten die Möglichkeit, sich als Handwerksgehilfen Holz/Metall zu qualifizieren, 2016 kam eine Akkreditierung zur Hilfskraft im Gartenbau/Hauswirtschaft hinzu. „Mit der Akkreditierung dieser Qualifizierungsgänge verfolgen wir zwei Ziele“, erklärte Michael Korden, Vitus Geschäftsführer und ergänzte: „Zum einen erlangen die Teilnehmer mit Erhalt des Zertifikats einen von den Kammern anerkannten Bildungsabschluss und die damit verbundene Selbstbestätigung. Zum anderen gibt das Zertifikat Nachweis über die erworbenen personalen und fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die bei Bewerbungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt potentiellen Arbeitgebern den Abgleich mit deren Anforderungsprofilen erleichtern.“

Bildungsbegleiter Clemens Dickebohm stellte eine Musterprüfung vor, die aus einem theoretischen Teil mit Fragen zum Thema Arbeitssicherheit aber auch fachspezifischen Fragen bestand. Die Teilnehmer mussten zudem einen praktischen Teil – das Schneiden und Bohren eines Gewindes – ablegen. Studiendirektor Richard Rademaker und Berufsschullehrer Richard Achter als Vertreter der Berufsbildenden Schulen Meppen, die die Qualifizierung mit Berufsschulunterricht begleiteten, beglückwünschten die Teilnehmer zu ihrer Leistung und wünschten viel Erfolg für die Zukunft.

Die frisch gebackenen Handwerkgehilfen berichteten über ihre Erfahrungen aus den letzten Monaten. Die Qualifizierung zum Handwerksgehilfen sei eine Herausforderung gewesen. Nach erfolgreichem Abschluss überwiege aber das gute Gefühl, die Prüfung geschafft und für die Zukunft etwas in der Hand zu haben.

Die bei Vitus angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen sind bundesweit gesehen nicht die Regel, in vielen anderen Regionen Deutschlands haben Werkstattbeschäftigte nach Durchlauf des zweijährigen Berufsbildungsbereichs weder einen Abschluss in der Tasche noch erhalten sie ein Zeugnis. Auf diesen Umstand wies der Bundestagsabgeordnete Schummer explizit hin: „Diese Qualifizierungsangebote für Menschen mit Behinderung müssen Beine bekommen. Ich werde allen Kammern deutschlandweit davon berichten“, so Schummer und erklärte weiter: Das Ziel müsse es sein, dass alle Werkstattbeschäftigten in Deutschland die Chance bekämen, ein entsprechendes Zertifikat zu erlangen und berufliche Bildung in Werkstätten anschlussfähig wird. Eine wichtige Voraussetzung, damit Teilhabe am Arbeitsleben auch in der Praxis gelingen könne.

Bericht:
Anke Stevens
Tel. 05931 807-173
anke.stevens@vitus.info

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Handwerksgehilfe
5. Dezember 2016 // Praxis und Konzepte, Politik