26Nov

Erstes inklusives Café in Russland

Deutsch-Russische Zusammenarbeit in der Beruflichen Bildung

Erstes inklusives Café in Russland

Menschen mit Behinderung finden als gleichberechtigte Mitglieder Anerkennung in der Gesellschaft – diesem Gedanken verschreiben sich die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e. V. (GWO) u. a. mit dem Projekt-Café Kurswechsel. Seit 2010 werden in dem Café in den Räumen der Volkshochschule Oldenburg Menschen mit Behinderung fachlich angeleitet auf das Berufsleben vorbereitet. Erreicht wird die Förderung des Menschen mit Behinderung im Café Kurswechsel durch Einsatz eines Symbolsystems, das parallel zur Schrift eingesetzt wird. Dies bietet MitarbeiterInnen mit Behinderung die Chance, eine Bestellung aufzunehmen, auch wenn sie nicht lesen und schreiben können. Auch Kunden, die Schwierigkeiten mit dem geschriebenen Wort haben, dient es als Hilfe.

Das Projekt fand so viel Anklang bei der Zivilorganisation „Leben ohne Tränen“ aus Machatschkala (Dagestan/Russische Föderation), dass in Machatschkala in diesen Wochen das erste Café dieser Art in Russland überhaupt öffnet. Das Café Kurswechsel in der VHS Oldenburg stand damit Pate für das erste Café in Russland, in dem Menschen mit Behinderung qualifiziert werden. Seit 2012 besteht ein Austausch über die Rechte von Menschen mit Behinderung und der Arbeit für diesen Personenkreis zwischen den Gemeinnützigen Werkstätten und „Leben ohne Tränen“ in Machatschkala, Dagestan. Ziel ist es, theoretische und praktische Erfahrungen in der Behindertenhilfe zu teilen.

Dieser Erfolg der deutsch-russischen Zusammenarbeit wurde im September 2018 auf hoher Ebene gewürdigt. „Leben ohne Tränen“ und Gemeinnützige Werkstätten erhielten im Rahmen der Abschlusskonferenz des Deutsch-Russischen Jahres kommunaler und regionaler Partnerschaften in Berlin eine Auszeichnung. Das Café-Projekt ist eines von zehn Initiativen bundesweit, die geehrt wurden, beworben hatten sich rund 500.

Den Zeitungs-Artikel zur Auszeichnung lesen Sie hier.

Sowohl Deutschland (2009) als auch Russland (2012) haben die UN-Behindertenkonvention ratifiziert. Durch die Ratifizierung wurden zusätzliche Garantien für Sicherheit, Schutz und Entwicklung der sozialen und wirtschaftlichen Rechte von Menschen mit Behinderung manifestiert. „Trotz großer Bemühungen, diese umzusetzen, haben Menschen mit Behinderung durch vielfältige Barrieren immer noch einen sehr eingeschränkten Zugang zu fast alles Lebensbereichen“, berichtet GWO-Vorstand Wessels. Der langjährige Austausch zwischen GWO und dem Verein „Leben ohne Tränen“ habe zu einem ersten praktisch greifbaren Ergebnis geführt, freut sich Wessels. 

26. November 2018 // News, Praxis und Konzepte