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Fachtagung Budget für Arbeit in Niedersachsen

Fachtagung Budget für Arbeit in Niedersachsen 24.09.2018

Gemeinsame Fachtagung von Sozialministerium und LAG:WfbM

Zur gemeinsamen Fachtagung Budget für Arbeit in Niedersachsen des Niedersächsischen Sozialministeriums und der LAG:WfbM konnten am 24.09.2018 Dirk Schröder (Abteilungsleiter Sozialministerium) und Prof. Burghardt Zirpins (LAG:WfbM-Vorsitzender) über 140 Teilnehmer aus Werkstätten (WfbM), von Kommunen, Integrationsfachdiensten, Behörden, Verbänden und Organisationen begrüßen. Ziel der Fachtagung war es, das weiterentwickelte und bereits ab 01.07.2017 in Niedersachsen eingeführte Budget für Arbeit gemeinsam auf positive Entwicklungen und Effekte sowie auch offene Fragestellungen zu beleuchten.

Als Einstieg zur Fachtagung diente ein 7- minütiger Kurz-Film zum Budget für Arbeit. Danach führte Gaby Jäckle (stellv. Referatsleiterin Sozialministerium) in das weiterentwickelte Budget für Arbeit in Niedersachsen ein und stellte die 5 vorgesehenen Modellregionen für eine intensive Begleitung der weiteren Umsetzung des Budgets mit deren Aufgaben vor. Zum Stichtag 30.06.2017 gab es in Niedersachsen 117 Budgets für Arbeit, bis zum 30.06.2018 waren es schon 192 Budgets, also eine Steigerung von ca. 65 % innerhalb eines Jahres.

Den Kurz-Film zum Budget für Arbeit sehen Sie hier.

In den 5 Modellregionen Stadt und Region Hannover, Wolfsburg-Salzgitter, Landkreis Harburg, Stadt Oldenburg und Landkreis Osnabrück sollen durch zusätzliche Stellen beim Integrationsfachdienst lokale Netzwerke zwischen allen Beteiligten aufgebaut und begleitet werden. Der Start der Modellregionen soll im Herbst 2018 erfolgen. Betont wurde, dass die weitere Umsetzung des Budgets für Arbeit jetzt aber nicht nur in den Modellregionen vorangetrieben werden soll, sondern alle Beteiligten im ganzen Land aufgerufen sind, das Budget für Arbeit weiter zu verbreiten.

Die Powerpoint-Präsentation von Gaby Jäckle finden Sie hier.

Danach stellte Dr. Clemens Kasper (LAG:WfbM-Vorstandsmitglied) Umsetzungserfahrungen und daraus abzuleitenden Bedarfe zum Budget für Arbeit vor. Insbesondere werden von der Praxis Checklisten zur Budget-Umsetzung gefordert, um Unsicherheiten zu beseitigen und damit die Budget-Umsetzung landesweit nach bestimmten Standards erfolgen kann. Die bisherige Erfahrung zeigt auch ganz deutlich, dass eine ausführliche Rentenberatung des Budget-Nehmers rechtzeitig im Vorfeld des Budgets genauso wichtig ist wie eine gute und umfassende Information potentieller Arbeitgeber sowie eine fachlich-kompetente und zuverlässige Begleitung (Job-Coaching) vom Budgetnehmer am Arbeitsplatz als auch des Arbeitgebers vor Ort.

Den Beitrag von Dr. Clemens Kasper lesen Sie hier.

Uwe Kolakowski (Leiter Grundsatzbereich Versicherung/Rente und Rehabilitation, Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover) informierte anschließend detailliert über rentenrechtliche Aspekte des Budgets für Arbeit. Insbesondere ging er auf die Auswirkungen des Budgets auf die Erwerbsminderungsrente ein und wies darauf hin, dass bei einer Teilnahme am Budget für Arbeit regelmäßig weiterhin von einer vollen Erwerbsminderung auszugehen ist.

Die detaillierten und für die Praxis sehr hilfreichen Renten-Informationen von Uwe Kolakowski finden Sie hier.

In der sich anschließenden Podiums-Gesprächsrunde berichteten jeweils 2 Budgetnehmer, ihre Job-coaches, die Arbeitgeber und Vertreter der beteiligten Kommunen von ihren bisherigen Erfahrungen mit dem Budget für Arbeit. Für die Budget-Nehmer war die erreichte persönliche Weiterentwicklung und Selbstständigkeit sehr wichtig, die Arbeitgeber betonten nochmals die Notwendigkeit einer konstanten und professionellen Unterstützung von Budget-Nehmer und Arbeitgeber als Voraussetzung zum Budget.

Am Nachmittag der Fachtagung wurden die Informationen vom Vormittag, sowie eigene Umsetzungs-Erfahrungen und noch offene Fragen in gut durchmischten Arbeitsgruppen aus unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam diskutiert. Den Abschluss der Fachtagung bildete die Präsentation der wichtigsten Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen.

Die Fachtagung hat gezeigt, wie wichtig der gemeinsame Austausch und das Zusammenwirken aller Akteure beim Budget für Arbeit ist, um die weitere Umsetzung des Budgets gut voranzubringen.

1. Oktober 2018 // News, Praxis und Konzepte, Politik, Werkstatträte