14Jun

Jahrestagung der Werkstatträte der LAG Niedersachsen in Meppen 23. Mai 2017

Das große Thema der Jahrestagung der Werkstatträte Niedersachsen war  das Bundesteilhabegesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Die Vorsitzende der LAG: WR in Niedersachsen Frau Nicole Kaiser eröffnete die Jahrestagung in Meppen vor ihren Kolleginnen und Kollegen, den Werkstatträten aus unserem Bundesland und machte gleich deutlich, dass noch einige Lücken im Gesetz bestehen. Neben den Werkstatträten begrüßt Nicole Kaiser auch die anwesenden Gäste Frau Dr. Kraujuttis, die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland, Herrn Prof. Zirpins, Vorsitzender der LAG WfbM, Herrn Korden, Leiter des  St. -Vitus –Werk in Meppen und stellvertretener Vorsitzender der LAG WfbM, Herrn Dr. Kasper und Herrn Springmann vom Vorstand der LAG WfbM sehr herzlich. Nach der Begrüßung der Gäste verlas Frau Kaiser ein Grußwort von Sozialministerin Cornelia Rundt. Viele Menschen mit Behinderung wollten Arbeiten, die Hürden für den allgemeinen Arbeitsmarkt seien aber immer noch hoch. Ganz besonders lobte die Sozialministerin die per Gesetz geforderte Einführung einer Frauenbeauftragten für Werkstätten. Diese Meinung teilte auch die Sozialdezernentin des Landkreises Emsland Dr. Sigrid Kraujuttis und lobte zudem den  großen Einsatz und die Zusammen- Arbeit der regionalen Träger der Behindertenhilfe und der Wirtschaft vor Ort. Als positive Beispiele nannte sie die Initiative „Inklusiver Betrieb“ sowie die neuen Qualifizierungsmöglichkeiten für Werkstattbeschäftigte als Handwerksgehilfe Holz oder Metall sowie zur Hilfskraft im Gartenbau oder in der Hauswirtschaft. (Anmerkung: Das Projekt „Inklusiver Betrieb“ ist 2014 im Emsland gestartet und versucht seitdem aktiv Mitarbeiter aus den Werkstätten in Betrieben der Umgebung arbeiten zu lassen. Mehr auf der Internetseite vom VITUS Werk in Meppen.)


Weiter betont Dr. Kraujuttis die Wichtigkeit, dass die Werkstatträte für die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Werkstatt eintreten und auch nach außen vertreten. Professor Burghardt Zirpins, Vorsitzender der LAG WfbM, ging anschließend konkret auf die Auswirkungen des neuen BTHG für die Werkstätten ein. So sei die Erhöhung des Arbeitsförderungsgeldes ein positives Zeichen und auch die Änderungen beim Budget für Arbeit ermöglichten wesentlich bessere Chancen für Menschen mit Behinderung, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Außerdem kommen auf die Werkstätten Änderungen in der Mitwirkungsverordnung für Werkstatträte sowie, wie bereits erwähnt, die Einrichtung einer Frauenbeauftragten zu. Und ab 2018 haben Menschen mit Behinderung selbst die Wahl, welchen Anbieter sie für ihre Betreuung rund am das Arbeitsleben auswählen“, erläuterte Zirpins. Die Auswirkungen des BTHG standen auch bei der nachfolgenden Podiumsdiskussion mit Moderator Ludger Abeln im Vordergrund. Hieran beteiligten sich neben Kaiser und Zirpins auch Michael Korden, stellvertretender Vorsitzender der LAG WfbM, sowie Kristina Schulz, Vorstandsmitglied der Werkstatträte Deutschlands und zweite  Vorsitzende der LAG Werkstatträte und Michael Rimpler vom Werkstattrat des Andreaswerkes Vechta. „Ziel des neuen Gesetzes ist die Stärkung von Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Es ist ein wirklicher Spagat, dieses Ziel zu erreichen und gleichzeitig die Kosten im Blick zu behalten“,  so die Einschätzung von Korden zum ersten Gesetzentwurf des BTHG. Die Vertreter der Werkstatträte ergänzten, dass bei der ganzen Diskussion um das BTHG die Interessen von Werkstattbeschäftigten selbst sehr vernachlässigt wurden. Es wurden zwar viele Selbstvertreterorganisationen an den runden Tisch geholt, im Vergleich dazu aber nur wenig Vertreter von Werkstätten. Umso wichtiger, dass die Werkstatträte zum Ende der Veranstaltung ein Zeichen setzten. Sie schickten ihre Forderungen und Wünsche für die weitere Werkstattratsarbeit, an heliumgefüllte Luftballons befestigt, in den Himmel.

14. Juni 2017 // News, Werkstatträte