21Nov

LAG:WfbM-Landeskonferenz 2017

LAG:WfbM-Landeskonferenz 2017 beschließt Qualitäts-Initiative zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung

Großer Dank an Sozialministerin Cornelia Rundt und LAG-Geschäftsführer Georg Gabriel

Zur diesjährigen LAG:WfbM-Landeskonferenz konnte Prof. Burghardt Zirpins als LAG:WfbM-Vorsitzender neben den LAG:WfbM-Mitgliedern wieder eine ganze Reihe wichtiger Gäste begrüßen. Darunter waren insbesondere Sozialministerin Cornelia Rundt, Präsident Christian Armborst und Fachgruppenleiter Werner Welp vom Landessozialamt, Referatsleiter Michael Tanzer von der Regionaldirektion für Arbeit Niedersachsen-Bremen, Geschäftsführer Georg Gabriel und Ulrich Kupczik als Vertreter der LAG Freie Wohlfahrtspflege Niedersachsen sowie Vorsitzende Nicole Kaiser und stellv. Vorsitzende Kristina Schulz von der LAG:Werkstatträte Niedersachsen.

In seinem Beitrag zur BTHG-Umsetzung in Niedersachsen aus Sicht der LAG Freie Wohlfahrtspflege berichtete Ulrich Kupczik als Vorsitzender der Verhandlungsgruppe der LAG Freie Wohlfahrtspflege Niedersachsen von ersten Entwürfen zu Ausführungsgesetzen in einigen Bundesländern zur Umsetzung des BTHG. In Niedersachsen steht dagegen die Entscheidung, wer Eingliederungshilfe-Träger werden soll, aufgrund schwieriger Gespräche zwischen Land und Kommunen immer noch aus. Vorschlag des Landes ist es, dass die Eingliederungshilfe für Erwachsene ab 18 Jahren zukünftig in der Verantwortung ganz beim Land liegen soll und für Personen unter 18 Jahren bei den Kommunen. Erst wenn die Frage des Eingliederungshilfe-Trägers geklärt ist, können andere Themen wie die Trennung von Grundsicherung und Fachleistung sinnvoll bearbeitet werden.

Zum Thema Bedarfsfeststellungsinstrument arbeitet bereits eine Arbeitsgruppe beim Landessozialamt, allerdings bisher leider ohne dass die Wohlfahrtsverbände daran beteiligt werden. Zum Thema Andere Leistungsanbieter nimmt in Kürze eine Arbeitsgruppe der LAG Freie Wohlfahrtspflege mit Vertretern der LAG:WfbM ihre Arbeit auf, um hierzu Eckpunkte zu erarbeiten. Für den weiteren Erhalt des WfbM-Fachausschusses auch beim Teilhabeplanverfahren setzen sich LAG Freie Wohlfahrtspflege und LAG:WfbM gemeinsam ein.

Die LAG Freie Wohlfahrtspflege erwartet, dass die Verhandlung zum Landesrahmenvertrag nach dem BTHG im Frühsommer 2018 beginnen werden.

Bezüglich einer neuen Richtlinie mit aktualisierten und verbesserten Werten zu den Investitionskosten berichtete Ulrich Kupczik von ersten Vereinbarungen zwischen Sozialministerium und Landessozialamt, hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

In der sich an seinen Beitrag anschließenden Diskussion wurden mit dem Landessozialamt auch die Themen Menschen mit sozialen Beeinträchtigungen („junge Wilde“) sowie Menschen mit hohem Assistenzbedarf angesprochen. Zur zukünftigen Rolle des WfbM-Fachausschusses erklärte Werner Welp, dass das Landessozialamt hierzu noch in der Diskussion sei.

In ihrem Rede-Beitrag zur BTHG-Umsetzung in Niedersachsen aus Sicht des Landes sowie zur aktuellen Teilhabe-Politik in Niedersachen ging Sozialministerin Cornelia Rundt insbesondere auf die anstehende Neuordnung der Zuständigkeiten in der Eingliederungshilfe in Niedersachsen ein sowie auf die anstehenden Verhandlungen zum Landesrahmenvertrag und die bereits laufenden Arbeiten für ein Bedarfsfeststellungs-Instrument in Niedersachsen.

Da Frau Rundt in der neuen Legislaturperiode nicht mehr als Sozialministerin zur Verfügung stehen wird und auch Georg Gabriel zum Jahresende 2017 sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, bedankte sich Prof. Burghardt Zirpins unter großem Applaus der Landeskonferenz bei beiden ganz herzlich für deren Engagement und ihre Unterstützung der Themen aus der Behindertenhilfe sowie insbesondere der LAG:WfbM.

Im Rahmen des LAG:WfbM-Vorstandsberichtes 2016/2017 rief der Vorstand beim Thema WfbM-Benchmarking die teilnehmenden WfbM insbesondere dazu auf, auch das im Rahmen des Benchmarkings angebotene Modul der Mitarbeiter-Befragung in Anspruch zu nehmen und anzuwenden. Erst durch diese Mitarbeiter-Befragung aus Nutzer-Sicht können viele erhobene Kennzahlen ergänzend bewertet, verstärkt oder relativiert werden.

Beim Thema WfbM-Frauenbeauftrage wurde darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine gesetzliche „Pflichtleistung“ handelt, jede WfbM von daher dafür Sorge zu tragen hat, dass Wahlen zur WfbM-Frauenbeauftragte stattfinden können.

Zum Thema WfbM-Fachausschuss erinnerte der Vorstand daran, durch Anwendung der von der LAG:WfbM Anfang 2017 zur Verfügung gestellten Info-Mappe als Handlungsempfehlung die Qualität der WfbM-Fachausschussarbeit weiter zu entwickeln und zu verbessern.

In ihrem Bericht der LAG:Werkstatträte betonte Frau Kaiser als Vorsitzende neben anderen Themen insbesondere die Bedeutung und Wichtigkeit der RAG´s der Werkstatträte als zwingend notwendiger Bestandteil der LAG:Werkstatträte.

Der Antrag der RAG:WfbM Süd-Ost für eine  Qualitätsinitiative „Geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB)“ wurde mit großer Mehrheit von der Landeskonferenz angenommen. Auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung sollen ab 2019 alle neuen Fachkräfte in der WfbM in Niedersachsen die staatlich anerkannte Ausbildung zur „Geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB)“ absolvieren. Mit dieser Qualitätsinitiative sollen die Qualifizierung der Mitarbeiter/innen und damit die Qualität der Angebote verbessert werden.

Die nächste LAG:WfbM-Landeskonferenz ist für Mittwoch, 24.Oktober 2018 terminiert.

21. November 2017 // News, Politik