19Dez

Musik- u. Kulturfestival Emden

10 Jahre Deutsch-Polnisches Musik- und Kulturfestival

Völkerverständigung und Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung auf der Bühne

Seit 10 Jahren besteht nun schon die Kooperation zwischen niedersächsischen und großpolnischen Werkstätten für behinderte Menschen, die seit 2007 im zweijährlichen Rhythmus abwechselnd in Deutschland und in Polen mit einem großen Deutsch-Polnischen Musik- und Kulturfestival gefeiert wird. Auch auf Grund des 10-jährigen Jubiläums hat die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten (OBW) GmbH in Emden mit großer Freude und Vorfreude das Festival in diesem Jahr nach Ostfriesland geholt.  Die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH ist seit Beginn Teil der Kooperation zwischen den niedersächsischen und großpolnischen WfbM.

Vor mehr als einem Jahr begann in der OBW in Emden bereits die „heiße Phase" für das 6. Deutsch-Polnische Musik- und Kulturfestival der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG:WfbM) in Niedersachsen und der Landesarbeitsgemeinschaft (ZAZ) Großpolen. Insgesamt 18 Werkstätten aus Niedersachsen und Großpolen wollten dieses Mal teilnehmen.

Die Kooperation und die daraus entstandene Zusammenarbeit der Werkstätten dienen den betroffenen Menschen sowie den Fachkräften zum (fachlichen) Austausch, dem Kennenlernen der Kultur, des Partnerlandes und der Pflege von grenzüberschreitenden Freundschaften.

Für viele Gruppen aus den deutschen und polnischen WfbM ist ein jährliches Treffen zur Selbstverständlichkeit geworden, dabei werden die Auftritte für das Festival bereits gemeinsam geprobt. Es findet gleichzeitig immer auch ein reger Austausch im Hinblick auf die weitere Verbesserung der Teilhabechancen für Menschen mit Beeinträchtigung statt.

Im September war es dann endlich für alle soweit: die Künstlergruppen der Werkstätten aus ganz Niedersachsen und aus Polen reisten an. In Neuharlingersiel hatte man ein Resort gefunden, dass den Bedürfnissen für die Vorbereitungswoche des Festivals gerecht wurde. Es mussten immerhin 250 Künstlerinnen und Künstler sowie ihre Begleitungen barrierefrei untergebracht werden und es musste zusätzlich so viel Platz zur Verfügung stehen, dass die Gruppen die Woche über auch gemeinsam proben konnten.

Von Montag bis Mittwoch standen sowohl die Proben der Auftritte als auch ein vielfältiges Freizeitangebot auf dem Programm. Am Donnerstag fuhren die Gruppen dann erstmalig nach Emden in die Nordseehalle, um dort die Generalproben auf der Bühne durchzuführen.

Die gemeinsamen Aktivitäten und Ausflüge halfen allen Beteiligten erneut beim Austausch und Kennenlernen der anderen Kooperationspartner - die Gemeinschaft hatte einfach Vorrang. So wurden auch die Abende zusammen verbracht, ob in der Disco, am Lagerfeuer oder beim gemeinsamen Musik machen, der Kontakt zu den anderen Werkstätten wurde ständig gesucht.

Wie ausgeprägt der Kontakt zwischen den deutschen und polnischen Werkstätten teilweise ist, konnte dann spätestens am Freitag beobachte werden. Der Höhepunkt der Woche, das Festival, fand ab 10 Uhr vor geladenem Publikum statt.

Nach einem musikalischen Auftakt durch den OBW-Chor TonArt übernahmen Detlef Janßen (Werkstattratsvorsitzende OBW) und Prof. Burghardt Zirpins (OBW-Geschäftsführer und LAG:WfbM-Vorsitzender) die Begrüßung. In ihrem Grußwort betonte Cornelia Rundt, bisherige Niedersächsische Sozialministerin, wie froh sie über dieses Festival mit seinem „wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung“ sei. Es folgten weitere Grußworte von Bernd Bornemann, Oberbürgermeister der Stadt Emden und von Aleksandra Kowalska, Direktorin des regionales Zentrums für Sozialpolitik aus Großpolen.

Nach der offiziellen Eröffnung des 6. Deutsch-Polnischen Musik- und Kulturfestivals der Moment, auf den die mehr als 450 Gäste und vor allem die Künstlerinnen und Künstler gewartet hatten. Den Zuschauern bat sich eine bunte Mischung aus Musik, Tanz, Theater und Pantomime-Vorführungen. Alle Gruppen haben dabei auf sehr hohem Niveau agiert.

Man irrte mit Alice durchs Wunderland, ließ sich von Bechern als Musikinstrument überraschen oder rockte einfach auf den Stühlen mit zur Musik. Man sah die unterschiedlichsten Darbietungen, bei denen eines immer gleich war: eine Leichtigkeit und unglaubliche Freude, mit der die Teilnehmer ihre Aktion auf die Bühne brachten. Es war einfach sensationell !

„Es war eine tolle Stimmung, die die gesamte Woche anhielt und dann wirklich mit dem Festival und der anschließenden Feier im Resort den Höhepunkt erreichte", fasst Silke Löbbert-Funk, Geschäftsbereichsleitung und Leitung des Organisationsteams, die Woche zusammen.

Am Freitagabend wurde noch ausgelassen in Neuharlingersiel gefeiert, bevor sich am Samstag alle Partnerwerkstätten wieder auf den Weg nach Hause machten. Natürlich mit dem Versprechen, dass man in zwei Jahren wieder ein tolles Festival zusammen feiert.

19. Dezember 2017 // News, Praxis und Konzepte