13Nov

Projekt EVI: Qualifizierung Berufliche Bildung

Projekt EVI zur transnationalen Qualifizierung in der beruflichen Bildung

Europa fördert Teilhabe am Arbeitsleben

In den kommenden drei Jahren werden die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO), die Baumhaus Werkstatt gGmbH und die europäischen Projektpartner aus Spanien „Mater Misericordiae“ auf Mallorca sowie „ ‘s Heeren Loo“ aus Bedum in den Niederlanden ein Curriculum für eine vergleichbare Ausbildung im Bereich Gastronomie und Service für Menschen mit Beeinträchtigung entwickeln. Das Curriculum entsteht im Rahmen des Projektes EVI zur Qualifizierung in der beruflichen Bildung von Menschen mit Beeinträchtigung. Dieses Vorhaben wird im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ Strategische Partnerschaften in der Berufsbildung mit knapp 200.000 € gefördert.

Das grundsätzliche Ziel des Projektes mit dem Namen „EVI“ (european vocational inclusion, zu Deutsch: europäische, berufliche Bildung) ist, dass die berufliche Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung gefördert wird. Die TeilnehmerInnen, die an dem Modellprojekt teilnehmen, erlernen neue soziale und berufliche Kompetenzen, machen einzigartige Erfahrungen durch den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern und erlangen so unter anderem eine Stärkung des Selbstbewusstseins.

Hintergrund von „EVI“ ist, dass Menschen mit Beeinträchtigung etwa ein Sechstel der EU-Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ausmachen, ihre Beschäftigungsquote auf dem ersten Arbeitsmarkt aber nach wie vor sehr gering ist.  Um die Beschäftigungsquote von Menschen mit Beeinträchtigung zu erhöhen, ihnen mehr Teilhabe am Gesellschaftsleben und somit mehr Lebensqualität zu ermöglichen, muss ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung und zum lebenslangen Lernen geschaffen werden.

Durch eine qualifizierte Berufsausbildung auf europäischer Ebene wird die Chance erhöht, anschließend auch einer Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen zu können. „Durch die Zusammenarbeit von Einrichtungen aus verschiedenen Ländern werden zudem die Fachkräfte weiter professionalisiert, das bereits teils langjährig bestehende Netzwerk zwischen den Einrichtungen gestärkt und so die europäische Idee ganz aktiv mit Leben gefüllt“, ist der Vorstand der GWO, Gerhard Wessels, überzeugt.

Die GWO hat mit drei anderen Werkstätten aus der Region die von der Handwerkskammer akkreditierte Qualifizierung zum/zur Handwerksgehilfen/-gehilfin im Bereich Holz/Metall entwickelt, durch die neue Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt entstehen. Ebenso haben die europäischen Partner aus Spanien und den Niederlanden bereits vorhandene Konzepte für berufliche Bildung, die im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit den GWO und dem Baumhaus aus Oldenburg zusammengeführt und weiterentwickelt werden sollen. Eine gemeinsame berufliche Ausbildung auf europäischer Ebene ermöglicht allen Teilnehmenden einen interkulturellen Austausch, der mehr Verständnis für Verschiedenheit fördert und die Vermittlung von gemeinsamen europäischen Werten unterstützt.

Zielgruppe von „EVI“ sind Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, die in einer Werkstatt (WfbM) beschäftigt sind. Für die Projektphase sollen jeweils sechs Personen pro Einrichtung, also insgesamt 24 Menschen aus dem Personenkreis, teilnehmen. Module, die entwickelt werden, können dann zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg im Café Farbwechsel praktisch erprobt werden. Hinzu kommen in der Entwicklungsphase des Curriculums jeweils zwei Fachkräfte aus den teilnehmenden Einrichtungen. Diese haben eine fachliche Ausbildung im Bereich Küche, Restaurantfach, Hotelfach, Hauswirtschaft etc. Während der Projektlaufzeit werden zudem Schulungen für jeweils weitere acht bis zehn Fachkräfte pro Organisation zunächst entwickelt und anschließend durchgeführt. Sie werden in den Einrichtungen nach der Projektphase als Multiplikatoren agieren können und so zur Nachhaltigkeit der erarbeiteten Ergebnisse von EVI beitragen. 

13. November 2018 // News, Praxis und Konzepte