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Unternehmer-Frühstück mit Wirtschaftsminister

Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt - ein Gewinn für alle !

Unternehmer-Frühstück mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann

Unter dem Motto „Menschen mit Behinderung im ersten Arbeitsmarkt - ein Gewinn für alle!“ fand zusammen mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann ein Unternehmer-Frühstück im Inklusionsbetrieb Café „Anna Leine“ statt. Im Rahmen eines moderierten Fachgespräches berichteten Entscheider öffentlicher und privater Arbeitgeber über erfolgreiche Konzepte der Mitarbeit von Menschen mit Behinderung in ihren Betrieben und Organisationen, deren umfangreiche Leistungs- und Qualifizierungsvielfalt sowie die Vermarktungschancen inklusiver Arbeit für Unternehmen.

In seinem Eingangs-Statement hob Dr. Althusmann die Bedeutung der beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hin. Auch die Digitalisierung biete Möglichkeiten, für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt entsprechende Beschäftigung und Arbeit anzubieten. Entscheidend sei allerdings die grundsätzliche Einstellung und Haltung von Arbeitgebern zum Thema Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung.

Dies bestätigten und unterstrichen ebenso Gerhard Starke (Leiter Personal- und Sozialwesen der Stiebel-Eltron GmbH & Co. KG Holzminden) und Ludger Dopp (Geschäftsführung Hänsch Automotive Group GmbH Herzlake). Oberbürgermeister Jürgen Krogmann der Stadt Oldenburg verwies dabei zusätzlich auf die Bedeutung der öffentlichen Hand beim Thema Inklusion und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. Alle drei Wirtschafts-Teilnehmer des Fachgespräches berichteten von ihren z. T. schon jahrelangen und überwiegend positiven Erfahrungen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus Werkstätten in ihren Unternehmen.

In der sich anschließenden offenen Gesprächsrunde mit weiteren Vertretern von Wirtschaftsunternehmen und von Werkstätten für Menschen mit Behinderung wurde wiederholt daraufhin hingewiesen, dass für den Arbeitgeber eine gute Unterstützung mit Kompetenz und Erfahrung für die Begleitung des Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz sehr wichtig und eine Grundvoraussetzung ist. Neben dem Gewinn für die Menschen mit Behinderung an Selbstbestätigung und Selbstvertrauen ist es vor allen Dingen die positive Veränderung der sozialen Arbeitsatmosphäre im Betrieb durch Menschen mit Behinderung, die ein großer und nicht erwarteter Zugewinn für die Unternehmen ist.

Bestätigt wurde darüber hinaus, dass mit Blick auf den immer stärker werdenden und z. T. schon dramatisch angestiegenen Arbeitskräftemangel die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus Werkstätten eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit ist. Auch das seit Mitte 2017 weiterentwickelte Budget für Arbeit in Niedersachsen ist eine gute Möglichkeit, um Menschen mit Behinderung aus Werkstätten auch mit finanzieller Unterstützung für den Arbeitgeber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen. Aktuell gibt es bereits 140 laufende Budgets für Arbeit in Niedersachsen.

Die Anregung an das Wirtschaftsministerium aus dem Kreis der Unternehmer, Ausschreibungen zukünftig nicht nur nach dem Preis-Kriterium zu entscheiden, sondern ein Punktesystem auch für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung einzuführen, sicherte Herr Althusmann zu, mit ins Ministerium zu nehmen.

Der offizielle Teil des Unternehmens-Frühstücks endete mit der gegenseitigen Ermutigung, Inklusion und damit die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit Zuversicht und Gelassenheit aktiv anzugehen. Das Format einer informativen und offenen Gesprächsrunde hat sich bewährt und soll seine Fortsetzung finden.

19. Oktober 2018 // News, Politik