23Jul

WfbM-Übergänge allgemeiner Arbeitsmarkt 2018

Übergang von Menschen mit Behinderung in WfbM auf allgemeinen Arbeitsmarkt in Niedersachsen

Integrationsbericht 2018 der Bundesagentur für Arbeit  Hannover

Wie jedes Jahr hat die Arbeitsagentur Hannover der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zu den Vorjahren einen Bericht über Übergänge/Beschäftigungen von Menschen mit Behinderung aus WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erstellt. Der Bericht enthält auch Angaben darüber, wie viele WfbM-Beschäftigte in 2018 das Budget für Arbeit in Anspruch genommen haben.

Am Stichtag 31.10.2018 wurden in Niedersachsen insgesamt 34.324 Menschen mit Behinderung in 79 anerkannten Werkstätten beschäftigt, gefördert und betreut.

Davon:

im Eingangsverfahren (EV)/ Berufsbildungsbereich (BBB): 3.859

im Arbeitsbereich (AB): 28.798

in Fördergruppen (FB), die der Werkstatt angegliedert sind (gem. § 219 Abs. 3 SGB IX): 1.667

Im BBB ist die Belegung leicht rückläufig, im Vergleich zu 2017 ging sie um 1,3 % zurück. Im Arbeitsbereich steigt die Belegung noch immer leicht an, hier ist im Vergleich zu 2017 ein Zugang von 0,7 % Beschäftigten zu verzeichnen. Insgesamt wuchs die Belegung in den WfbM in Niedersachsen um 0,7% (incl. FB gem. § 219 Abs. 3 SGB IX).

2017 war im Vergleich mit 2016 in Niedersachsen noch ein Anstieg von 1,3 % im AB zu verzeichnen, bundesweit betrug der Anstieg der Anzahl der Beschäftigten im Arbeitsbereich von 2016 auf 2017 insgesamt 0,8 %.

Befristet ausgelagerte Arbeitsplätze

Befristet ausgelagerte Arbeitsplätze zum Zwecke der Vorbereitung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (§ 219 Abs. 1 Satz 6 SGB IX (1.Variante) i.V.m. § 5 Abs. 4 WVO) sind Arbeitsplätze in externen Betrieben und Verwaltungen zum Zwecke der Rehabilitation und der Vorbereitung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Auf diesen Plätzen kommt aber nur eine „zeitweise“ (also befristete) Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Rahmen einer Maßnahme zur Förderung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt in Betracht.

Das Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit für Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich vom Juni 2010 (HEGA 06/2010) sieht Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als verbindlichen Teil der beruflichen Bildung in WfbM vor. Nach der Einführung des Fachkonzeptes kann eine deutliche Steigerung der befristeten Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im BBB und im WfbM-Arbeitsbereich verzeichnet werden. In 2018 wurden insgesamt 1625 (4,98%) Menschen mit Behinderung aus WfbM befristet zur Erprobung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt, davon 654 Teilnehmer aus dem BBB (16,95% der Teilnehmer im BBB) und 971 Beschäftigte aus dem WfbM-Arbeitsbereich (3,37%). Im Vergleich zu 2017 ging die Anzahl der befristeten Übergänge/Praktika in 2018 auf den allgemeinen Arbeitsmarkt im BBB leicht zurück, im Arbeitsbereich stieg der Anteil jedoch noch mal deutlich an.

Dauerhafte Übergänge auf allgemeinen Arbeitsmarkt

Die Anzahl der dauerhaften Übergänge von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, die z.B. im Anschluss an eine befristete Maßnahme zum Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ein Arbeitsverhältnis mit einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes (einschließlich Integrationsbetrieb) begründen und damit aus der WfbM ausscheiden, ist insgesamt in Niedersachsen deutlich gestiegen. Aus dem BBB heraus wurden 23 Teilnehmer (0,60%) dauerhaft auf den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert, im Vergleich zu 2017 ist dies eine Steigerung um 48 % (2017 = 12 Teilnehmer). Aus dem Arbeitsbereich heraus waren es 89 Beschäftigte (0,31%), 2017 waren es 56 Beschäftigte (0,20%). Insgesamt liegt die Quote der dauerhaften Integrationen für 2018 bei 0,34 %, in 2017 waren es 0,21%. Dies ist die bisher höchste Anzahl und Quote der Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Budget für Arbeit

Von den 80 WfbM in Niedersachsen (79 WfbM niedersächsischer Träger + 1 Bremer Träger mit zwei kleinen Betriebsstätten in Niedersachsen) konnten 40 WfbM (50%) dauerhafte Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt realisieren, davon 34 WfbM (43%) mit Hilfe des Budgets für Arbeit.

Das Budget für Arbeit (BfA) wurde 2008 in Niedersachsen eingeführt. Insgesamt erfolgten von 2008 bis 2015 aus den Werkstätten heraus 281 Integrationen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, davon 136 mit Hilfe des Budgets für Arbeit. Leider liegt nur die Gesamtzahl der in der den Jahre 2008 – 2015 realisierten Budgets für Arbeit vor, sodass eine genaue Verteilung auf die Jahre nicht möglich ist.

Zum 1.7.2017 wurden die Voraussetzungen und Leistungen für das Budget für Arbeit in Niedersachsen verändert und bereits an die ab 1.1.2018 geltenden Bedingungen des § 61 SGB IX angelehnt. Ab Juli 2017 stieg die Inanspruchnahme des Budgets für Arbeit daraufhin deutlich an. Waren es 2016 noch 28 Budgets, konnten 2017 bereits 43 Budgets und 2018 sogar 79 Budgets realisiert werden.

Laut Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gab es zum 31.12.2018 insgesamt 216 Budgets für Arbeit. Dies bedeutet eine Steigerung um 85 % bezogen auf den Startermin des neuen Budgets für Arbeit ab 1.7.2017. In 2018 nahmen insgesamt 79 Personen aus insgesamt 34 WfbM in 30 Landkreisen/kreisfreien Städten sowie der Region Hannover (insgesamt 45) das Budget für Arbeit in Anspruch, leider nur 7 davon bei öffentlichen Arbeitgebern.

Beschäftigung einzelner behinderter Menschen als weitergehende Maßnahme (ausgelagerter Einzel-Arbeitsplatz)

Anders als bei zielgerichteten befristeten Maßnahmen zum Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt handelt es sich bei dieser Beschäftigungsform primär nicht um eine Maßnahme im Sinne von § 5 Abs. 4 WVO. Sondern es handelt sich um eine besondere Ausgestaltung der in § 219 Abs. 1 Satz 6 (2. Variante) SGB IX i.V.m. § 5 Abs. 1 WVO enthaltenen fachlichen Anforderung an die Werkstatt, über ein möglichst breites Angebot an Arbeitsplätzen zu verfügen. Die Rechtsstellung des Menschen mit Behinderung zur Werkstatt wird durch den Einsatz auf einem externen Beschäftigungsplatz nicht berührt.

Die Anzahl der Menschen mit Behinderung, die auf einem solchen ausgelagerten Einzel-Arbeitsplatz beschäftigt werden, ist in Niedersachsen insgesamt kontinuierlich gestiegen. Im BBB ist die Anzahl der Teilnehmer auf einem ausgelagerten Einzelarbeitsplatz zwar rückläufig (97 Teilnehmer in 2018) (2,51%), 2017 waren es 142 (3,63%), im Arbeitsbereich wurde aber mit 1.624 (5,64%) Beschäftigten auf ausgelagerten Einzelarbeitsplätzen ein Höchststand erzielt. Insgesamt wurden zusammengenommen 1.721 (5,27%). (2017 = 1.606 Personen) (4,94%) auf ausgelagerten Arbeitsplätzen beschäftigt.

Beschäftigte in Außenarbeitsgruppen mit Gruppenleiter in Betrieben außerhalb der WfbM

Die Außenarbeitsgruppe übt ihre Beschäftigung für die Dauer der auftragsbezogenen Arbeitserledigung innerhalb der Betriebsorganisation eines externen Auftraggebers als in sich geschlossene Gruppe aus. In der Regel repräsentiert der Gruppenleiter die Werkstatt und ist Ansprechpartner für den Betrieb.

Die Anzahl der Menschen mit Behinderung, die in Außenarbeitsgruppen der WfbM eingesetzt werden, ist im Vergleich zu 2017 wieder leicht angestiegen. 2017 wurden 1.040 (3,20%) Menschen mit Behinderung in Außenarbeitsgruppen beschäftigt, davon 54 (1,38%) Teilnehmer im BBB und 986 (3,45%) Beschäftigte im Arbeitsbereich. 2018 waren es 1.124 WfbM-Beschäftigte (3,44%), davon 54 (1,40%) im EV/BBB und 1.070 (3,72%) im WfbM-Arbeitsbereich.

Den vollständigen Integrationsbericht Niedersachsen-Bremen für 2018 der Bundesagentur für Arbeit Hannover lesen Sie mit allen Anlagen hier:

Integrationsbericht 2018

Anlage 1: Erläuterungen

Anlage 2: Integration Bremen 2018

Anlage 2: Integration Niedersachsen 2018

Anlage 3: Zusammenfassung Bremen 2018

Anlage 3: Zusammenfassung Niedersachsen 2018

Anlage 3: Zusammenfassung Niedersachsen-Bremen 2018

Anlage 4: Belegung Niedersachsen-Bremen 2018

Anlage: Budget für Arbeit 2018

23. Juli 2019 // News, Praxis und Konzepte, Politik